Was ist ein Übergabegebet?
- Elena Engels
- 7. Juni
- 5 Min. Lesezeit
Viele Menschen haben dieses Wort noch nie gehört. „Übergabegebet.“ Vielleicht bist du christlich aufgewachsen. Vielleicht wurdest du als Kind getauft. Vielleicht bist du Weihnachten oder Ostern in die Kirche gegangen. Vielleicht glaubst du sogar schon immer irgendwie an Gott. Und trotzdem kann es sein, dass du noch nie verstanden hast, was es wirklich bedeutet, Jesus dein Leben zu geben. So ging es mir lange Zeit.
Zwischen Tradition und echtem Glauben
Ich bin nicht in einem Elternhaus aufgewachsen, in dem lebendiger Glaube vorgelebt wurde. Es wurde nicht gemeinsam in der Bibel gelesen. Es gab keine freien Gebete am Tisch. Keine Gespräche über Jesus. Keine echte persönliche Beziehung zu Gott. Und dennoch war Kirche irgendwie Teil meines Lebens.
Ich wurde als Kind in der römisch-katholischen Kirche getauft. Viele Dinge gehörten einfach dazu. Man machte sie, weil die Familie sie machte. Weil es Tradition war. Weil man es eben so kannte. Doch rückblickend war vieles eher ritualisiert als lebendig. Ich glaubte zwar immer, dass es einen Schöpfer gibt. Daran habe ich eigentlich nie gezweifelt. Aber wer Gott wirklich ist, dafür interessierte ich mich lange nicht wirklich.

Meine ersten Gebete
Ich erinnere mich noch daran, wie ich als Kind in der Kirche auf den Knien saß. Nach der Eucharistiefeier kniete ich auf diesem kleinen Holzbrett und betete. Aber nicht aus echter Hingabe. Ich hatte nicht gelernt. Ich hatte nichts für die Schule getan. Und dann betete ich plötzlich: „Gott, bitte hilf mir morgen bei der Klassenarbeit.“ Heute muss ich darüber schmunzeln. Denn eigentlich wollte ich, dass Gott etwas für mich tut, wofür ich selbst nichts investieren wollte.
Damals hätte ich auf die Frage „Was ist ein Übergabegebet?“ wahrscheinlich überhaupt keine Antwort gewusst. Ich dachte, Glauben bedeutet einfach, gelegentlich zu beten, in die Kirche zu gehen und daran zu glauben, dass es Gott irgendwie gibt. Dass Gott sich aber eine persönliche Beziehung zu uns wünscht und dass ein bewusstes Ja zu Jesus das ganze Leben verändern kann, verstand ich damals noch nicht.
Es war kein Gebet aus Beziehung heraus. Sondern eher ein verzweifelter Wunsch nach Hilfe ohne echte Veränderung. Und trotzdem glaube ich heute: Gott hat selbst diese Gebete gehört. Denn auch wenn ich ihn noch nicht wirklich kannte, war da tief in mir doch ein Glaube, dass jemand da ist. Auch als Jugendliche betete ich oft in schweren Zeiten. In meinem Zimmer hing ein Kreuz mit Jesus daran. Und in Momenten, in denen ich nicht mehr weiterwusste, sprach ich zu ihm. Nicht perfekt. Nicht theologisch korrekt. Aber ehrlich.
Heute verstehe ich, dass Gott mich schon damals gezogen hat.
Was bedeutet Bekehrung eigentlich?
Viele Jahre später lernte ich Menschen kennen, die einen völlig anderen Glauben lebten.
Dort hörte ich plötzlich immer wieder ein Wort: „Bekehrung.“ Und ehrlich gesagt verstand ich überhaupt nicht, warum das so wichtig sein sollte. Ich dachte: „Ich glaube doch an Gott. Warum muss ich mich denn noch bekehren?“ Doch irgendwann verstand ich:
Bekehrung bedeutet nicht einfach nur, an die Existenz Gottes zu glauben. Bekehrung bedeutet Umkehr.
Ein bewusstes Umdrehen. Ein neues Leben beginnen. Ein Erkennen: „Ich brauche Rettung.“
Die Bibel beschreibt, dass wir Menschen nicht ohne Schuld sind. Jeder Mensch verletzt andere. Jeder Mensch lebt egoistisch. Jeder Mensch lügt, trägt nach, ist stolz, verletzt oder handelt lieblos. Die Schrift sagt sogar, dass jeder Mensch sündigt und niemand behaupten kann, vollkommen zu sein (Römer 3,23; 1. Johannes 1,8).
Wenn wir ehrlich sind, wissen wir das auch selbst. Vielleicht hast du schon einmal gelogen. Vielleicht hast du Menschen verletzt. Vielleicht hast du deinen Eltern nicht die Ehre gegeben. Vielleicht warst du voller Neid, Hass oder Bitterkeit. Vielleicht hast du Dinge getan, die du heute bereust. Und genau das trennt uns von Gott. Nicht weil Gott uns hasst. Sondern weil Gott heilig ist.
Warum musste Jesus sterben?
Das Evangelium beginnt genau hier. Gott sah unsere Schuld und unsere Verlorenheit und entschied sich trotzdem für Liebe. Jesus Christus kam auf diese Erde und lebte das perfekte Leben, das wir niemals leben könnten. Ohne Schuld. Ohne Sünde. Vollkommen rein. Und dann nahm er freiwillig unseren Platz ein.
Die Bibel beschreibt, dass Christus den Fluch und die Schuld auf sich nahm, die eigentlich uns getroffen hätte (Galater 3,13). Er trug unsere Scham. Unsere Schuld. Unsere Sünde. Unsere Trennung. Sein Blut wurde vergossen, damit wir Vergebung empfangen können.
Und das Gewaltigste ist: Er blieb nicht im Tod. Er ist auferstanden. Damit wir neues Leben haben können.
Was ist also ein Übergabegebet?
Ein Übergabegebet ist der Moment, in dem du Jesus bewusst dein Leben anvertraust.
Es ist kein magischer Satz. Es ist eine Herzensentscheidung. Du sagst damit: „Jesus, ich möchte nicht länger ohne dich leben. Ich erkenne, dass ich Vergebung brauche. Ich glaube, dass du für mich gestorben und auferstanden bist. Und ich möchte dir nachfolgen.“
Es ist der Beginn eines neuen Weges. Weg von einem Leben ohne Gott. Hin zu einem Leben mit ihm.
Jesus ist der Weg, die Wahrheit und das Leben
Jesus sagte über sich selbst: Er ist der Weg, die Wahrheit und das Leben (Johannes 14,6).
Das bedeutet so viel mehr als nur ein Ziel nach dem Tod. Er ist der Weg durch dieses Leben. Er ist die Wahrheit in einer Welt voller Verwirrung. Und er ist das Leben selbst. Viele Menschen denken bei Glauben nur an die Ewigkeit. Aber Jesus möchte nicht erst irgendwann wichtig werden. Er möchte dir heute begegnen. Er möchte Freiheit schenken. Heilung. Frieden. Identität. Vergebung. Ein neues Herz.

Warum brauchen wir überhaupt Rettung?
Wenn wir ehrlich sind, merken wir doch alle irgendwann: Alleine kommen wir nicht weit.
Unsere Entscheidungen verletzen uns selbst und andere Menschen. Schuld zieht neue Schuld nach sich. Bitterkeit wächst. Schmerz wird größer. Angst nimmt zu.
Es ist wie ein Schneeball, der immer weiterrollt. Viele Menschen sagen irgendwann:
„Mein Leben fühlt sich an wie die Hölle.“ Und genau das beschreibt letztlich die Trennung von Gott. Hölle bedeutet vor allem eines: Abwesenheit Gottes. Keine Hoffnung. Kein Frieden. Kein Licht. Doch Jesus kam genau deshalb. Damit niemand verloren gehen muss.
Denn die Wahrheit soll uns nicht zerstören. Sie soll uns frei machen (Johannes 8,32).
Was geschieht bei einer echten Bekehrung?
Eine echte Bekehrung verändert alles. Nicht weil plötzlich sofort alles perfekt wird. Sondern weil du nicht mehr alleine läufst. Du wirst ein Kind Gottes. Die Bibel sagt, dass alle, die Jesus aufnehmen und an ihn glauben, das Recht bekommen, Kinder Gottes zu heißen (Johannes 1,12).
Das Alte darf hinter dir bleiben. Nicht deine Persönlichkeit. Aber dein altes Leben ohne Gott. Bekehrung bedeutet: Ich höre auf, selbst auf dem Thron meines Lebens zu sitzen. Ich vertraue Jesus. Ich baue mein Leben auf ihn. Ich lasse mich von ihm führen. Und genau darin beginnt echtes Leben.
Vielleicht spürst du beim Lesen: „Irgendetwas berührt mein Herz.“ Dann könnte genau jetzt dein Moment sein. Nicht morgen. Nicht irgendwann. Jetzt. Jesus wartet nicht auf Perfektion. Er wartet auf dein Herz. Und wenn du möchtest, kannst du dieses Gebet heute mitbeten:
Jesus Christus, ich komme heute zu dir, so wie ich bin. Mit meiner Schuld, meinen Fragen und meinem ganzen Leben. Ich erkenne, dass ich dich brauche. Ich brauche Vergebung. Ich brauche Rettung. Ich brauche deine Liebe und deine Wahrheit.
Danke, dass du für mich am Kreuz gestorben bist. Danke, dass du meine Schuld getragen hast und auferstanden bist, damit ich leben darf.
Ich kehre heute um. Ich möchte nicht länger ohne dich leben. Ich gebe dir mein Leben. Sei du mein Herr. Führe mich auf deinem Weg. Verändere mein Herz. Zeig mir, wer du wirklich bist. Und lehre mich, mit dir zu leben.
Danke, dass du mich annimmst. Danke, dass ich durch dich ein Kind Gottes werden darf. Amen.
Du bist gesegnet.
Deine Elena




Kommentare