Was bedeutet die Auferstehung Jesu für uns heute?
- Elena Engels
- 12. Mai
- 5 Min. Lesezeit
Zwei Wochen Sonne. Zwei Wochen Weite. Zwei Wochen raus aus dem Gewohnten. Und doch war es so viel mehr als nur ein Urlaub. Über die Osterzeit 2026 hinweg auf Zypern unterwegs zu sein, hat mein Herz auf eine ganz besondere Weise berührt. Es war nicht nur das Meer, nicht nur die Landschaft, nicht nur die Zeit als Familie. Es war das, was Gott in diesen Tagen innerlich bewegt hat.
In Paphos durften wir eine kleine, lebendige Gemeinde kennenlernen, das Christus Forum Paphos. Menschen, die vor einigen Jahren alles hinter sich gelassen haben, weil sie diesen einen Ruf gespürt haben. Geht. Baut. Dient. Und sie sind gegangen. Was dort entstanden ist, ist noch klein und gleichzeitig voller Leben. Es ist ein Ort, an dem man spürt, dass Jesus im Zentrum steht.
Und während wir dort im Gottesdienst saßen, Lobpreis gesungen haben und gemeinsam gebetet haben, wurde mir etwas ganz neu bewusst. Kirche ist kein Gebäude. Kirche ist Gemeinschaft. Kirche ist da, wo Menschen zusammenkommen und Jesus erheben.
Egal, wo du bist auf dieser Welt. Wenn du mit anderen Gläubigen zusammenkommst, wenn ihr gemeinsam Jesus erhebt, dann bist du Teil des Leibes Christi. Und dieser Leib ist lebendig. Über Länder hinweg. Über Kulturen hinweg. Über alles hinweg, was uns äußerlich trennt.
Diese Einheit war so spürbar. So tief. So ehrlich. Und gleichzeitig hat es mein Herz neu dankbar gemacht für das, was ich zu Hause habe. Für meine eigene Gemeinde. Für die Menschen, mit denen ich Woche für Woche unterwegs bin.










Ostern bewusst erleben
Diese Tage rund um Ostern haben sich anders angefühlt. Sie waren nicht einfach nur Feiertage, die man erlebt. Sie waren tief. Gründonnerstag hat uns erinnert, was Jesus auf sich genommen hat. Karfreitag hat uns hineingenommen in seinen Schmerz. Und der Sonntag hat alles verändert. Wir haben darüber gesprochen, wir haben gebetet, wir haben innegehalten. Nicht nur oberflächlich, sondern bewusst.
Am Ostersonntag selbst sind wir nach dem Gottesdienst zu den Königsgräbern in Paphos gefahren. Orte, die uns zumindest eine Ahnung davon geben, wie es damals gewesen sein könnte. Stein, Stille, Dunkelheit.
Und dann dieses Bild, das mich nicht mehr loslässt. Ein Grab. Zurückgelassene Tücher. Aber Jesus ist nicht mehr dort. Er ist auferstanden.
Ich habe meinen Mann in diesem Moment fotografiert, wie er aus einem dieser Gräber herausgeht. Wie die Kleidung zurückbleibt und er herauskommt. Es war nur ein Bild. Und doch war es so kraftvoll. So real. In diesem Moment wurde mir neu bewusst, was wir da eigentlich feiern.

Was bedeutet die Auferstehung für dein Leben
Wir hören jedes Jahr dieselbe Botschaft. Jesus ist gestorben. Jesus ist auferstanden. Und ja, das ist die Grundlage unseres Glaubens. Das ist der Kern. Das ist das Fundament, auf dem alles steht. Doch genau an diesem Punkt stellt sich eine entscheidende Frage, die wir uns oft viel zu selten wirklich ehrlich stellen: Was bedeutet die Auferstehung Jesu für uns heute?
Denn wenn wir ehrlich sind, bleiben viele genau dort stehen.
Wir schauen zurück auf das Kreuz. Wir erinnern uns an das, was geschehen ist. Wir sind dankbar. Vielleicht sind wir auch berührt, vielleicht fließen Tränen, vielleicht spüren wir für einen Moment diese Tiefe.
Und dann gehen wir wieder zurück in unseren Alltag. Zurück in alte Gedanken. Zurück in alte Muster. Zurück in ein Leben, das oft gar nicht widerspiegelt, was Jesus eigentlich erkauft hat.
Doch genau hier liegt die entscheidende Frage, die nicht nur einmal im Jahr gestellt werden sollte, sondern jeden einzelnen Tag neu: Was bedeutet das heute für dich?
Nicht theoretisch. Nicht für „irgendwann“. Sondern jetzt, ganz konkret, in deinem Leben.
Jesus ist nicht nur gestorben, damit dir vergeben ist. Er ist auferstanden, damit du in einem völlig neuen Leben gehst. In einem Leben, das nicht mehr von deiner Vergangenheit definiert wird, nicht mehr von Schuld, nicht mehr von Versagen, nicht mehr von dem, was andere über dich gesagt haben.
Du bist gerecht gesprochen. Jetzt. Nicht erst irgendwann. Du bist frei von Verdammnis. Vollständig. Auch von deiner eigenen Stimme, die dich anklagt. Du bist ein Kind Gottes. Nicht als schöner Gedanke, sondern als Realität. Du bist eine Tochter. Du bist ein Sohn.
Er hat dir nicht nur etwas abgenommen. Er hat dir etwas gegeben. Identität. Autorität. Zugehörigkeit.
Er hat dich hineingestellt in Beziehung. In echte, lebendige Gemeinschaft mit dem Vater. Du bist nicht mehr getrennt. Du bist nicht mehr außen vor. Du bist nicht mehr jemand, der versucht, irgendwie zu Gott zu kommen. Du bist bereits verbunden.
Und aus dieser Verbindung heraus beginnt ein Leben, das anders ist. Ein Leben, das nicht mehr von Angst gesteuert wird. Nicht mehr von Druck. Nicht mehr von dem Gefühl, leisten zu müssen, um angenommen zu sein. Sondern ein Leben aus Wahrheit. Ein Leben aus Freiheit. Ein Leben aus der Liebe des Vaters.

Der Sieg am Kreuz ist dein Auftrag
Was mich in diesen Tagen so tief bewegt hat, ist nicht nur das, was Jesus getan hat. Es ist das, was daraus folgt.
Denn Jesus ist nicht ans Kreuz gegangen, damit wir stehen bleiben und nur zurückschauen.
Er hat auch nicht gesagt Erinnert euch einmal im Jahr daran und dann lebt weiter wie vorher.
Er hat gesagt Geht. Geht und macht zu Jüngern. Geht und verkündet das Evangelium. Geht und lebt das, was ich euch gegeben habe.
Das ist kein Zusatz für besonders „geistliche“ Menschen. Das ist kein Auftrag für ein paar wenige. Das ist das Herz des Evangeliums für jeden, der zu ihm gehört.
Er spricht davon, dass wir in seiner Vollmacht gehen. Dass wir beten und erleben dürfen, wie Gott wirkt. Dass durch unser Leben etwas sichtbar wird von seiner Realität. Und ja, er sagt sogar, dass wir größere Werke sehen werden. Wenn man das wirklich an sich heranlässt, sprengt es jede menschliche Vorstellung. Und genau deshalb machen wir es oft kleiner. Wir relativieren es. Wir schieben es weg.
Aber was, wenn es wahr ist? Was, wenn das wirklich für dich gilt. Die Frage ist nicht, ob Gott wirken will. Die Frage ist, ob wir glauben, dass er durch uns wirken will. Ob wir unser Herz öffnen für das, was er erkauft hat. Für die Fülle. Für das Mehr, nach dem sich so viele sehnen und das doch so selten gepredigt wird.
Warum der Vater zugelassen hat, was geschehen ist
Der Moment am Kreuz ist brutal. Er ist nicht schön. Er ist nicht romantisch. Er ist voller Schmerz, voller Leid, voller Tiefe. Und doch beschreibt die Bibel, dass es dem Vater wohlgefiel, diesen Weg zu gehen. Dass er seinen Sohn nicht zurückgehalten hat.
Nicht, weil er Freude am Schmerz hatte. Nicht, weil er grausam ist. Nicht, weil er gleichgültig ist. Sondern weil er dich gesehen hat. Er hat dich gesehen in deiner Zerbrochenheit. In deiner Trennung. In deiner Sehnsucht. Und er wusste, dass es keinen anderen Weg gibt, um dich zurückzuholen. Er wusste, dass durch dieses Opfer etwas entsteht, das alles verändert. Dass Beziehung wieder möglich wird. Dass Gemeinschaft wiederhergestellt wird. Dass du nach Hause kommen kannst.
Das Ziel war nie der Schmerz.Das Ziel war immer Liebe.
Eine Liebe, die bereit ist, alles zu geben, damit du leben kannst.
Ostern ist eine Entscheidung
Ostern ist nicht einfach ein Fest, das wir feiern. Es ist ein Moment der Entscheidung.
Eine Einladung, die vor dir liegt. Du kannst hören und weitergehen wie bisher. Oder du kannst stehen bleiben und sagen Ja, ich glaube das. Und ich will darin leben.
Jesus hat alles vollbracht. Wirklich alles! Der Weg ist frei. Die Tür ist offen. Es gibt nichts mehr, was dich trennt.
Und jetzt liegt es an uns. Bleiben wir in der Vergangenheit stehen und erinnern uns nur, oder gehen wir los und leben in der Kraft seiner Auferstehung?
Wenn das alles wahr ist, wenn Jesus wirklich alles vollbracht hat, wenn du wirklich frei bist,
was machst du heute damit? Lässt du es eine schöne Botschaft bleiben, oder wird es deine Realität?
Du bist gesegnet.
Deine Elena




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