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Was bedeutet die Taufe?

Die Taufe gehört zu den wichtigsten Schritten im Leben eines Christen. Und dennoch gibt es kaum ein Thema, das so viele Fragen aufwirft. Muss ich mich taufen lassen? Reicht meine Kindertaufe? Wer darf überhaupt taufen? Muss es ein Pastor sein? Brauche ich vorher einen Taufkurs?


Vielleicht hast du dein Leben gerade erst Jesus gegeben und spürst den Wunsch, dich taufen zu lassen. Gleichzeitig hörst du die unterschiedlichsten Meinungen. Die einen sagen: „Warte lieber noch.“ Andere meinen, du müsstest erst einen Kurs besuchen oder schon lange genug gläubig sein. Wieder andere fragen, ob ihre Bekehrung überhaupt echt ist.


Bei all den Stimmen lohnt sich ein Blick in die Bibel. Denn letztendlich ist nicht entscheidend, was Menschen denken oder welche Tradition wir kennen, sondern was Gott selbst über die Taufe sagt. Was bedeutet die Taufe nach der Bibel? Genau dieser Frage gehen wir in diesem Beitrag gemeinsam nach.


Taufe im See als sichtbares Zeichen der Entscheidung, Jesus Christus nachzufolgen.

Meine Geschichte

Ich selbst wurde als Baby in der katholischen Kirche getauft. Für meine Eltern und Großeltern war das damals selbstverständlich und von großer Bedeutung. Als ich meiner Mutter viele Jahre später sagte, dass ich mein eigenes Kind nicht als Baby taufen lassen würde, war das für sie ein Schock. Sie konnte meine Entscheidung überhaupt nicht verstehen. Und ehrlich gesagt kann ich das nachvollziehen. Sie handelte nach ihrer Überzeugung und nach dem, was sie selbst gelernt hatte.


Ich verurteile deshalb niemanden, der als Baby getauft wurde oder sich für die Kindertaufe entscheidet. Viele Eltern tun diesen Schritt aus Liebe zu ihrem Kind und mit dem Wunsch, es Gott anzuvertrauen.


Doch nachdem ich Jesus persönlich kennengelernt hatte, entstand in meinem Herzen ein neuer Wunsch. Ich wollte mich selbst taufen lassen. Nicht, weil ich musste. Nicht, weil jemand Druck auf mich ausübte. Sondern weil ich Jesus liebte. Meine Taufe war keine große Veranstaltung. Sie war nicht monatelang geplant und auch kein großes Familienfest. Sie geschah spontan während eines Gottesdienstes in einem Taufbecken. Ich war viel zu aufgeregt, um daraus ein großes Ereignis zu machen. Ich wollte einfach nur öffentlich Ja zu Jesus sagen. Ich wollte vor den Menschen und auch vor der geistlichen Welt bekennen, dass mein altes Leben vorbei ist und ich von nun an Jesus Christus gehöre. Als Baby konnte ich diese Entscheidung nicht selbst treffen. Jetzt konnte ich sie ganz bewusst treffen.


Was bedeutet die Taufe?

Die Taufe ist weit mehr als nur ein Ritual oder eine christliche Tradition. Sie ist ein sichtbares Ja zu Jesus Christus. In diesem Moment bekennst du vor Menschen und auch vor der geistlichen Welt, dass dein Leben nun Jesus gehört. Du schämst dich nicht für das Evangelium, sondern zeigst öffentlich, wem du nachfolgst. Genau deshalb hatte die Taufe im Neuen Testament einen so hohen Stellenwert.


Jesus selbst gab seinen Jüngern den Auftrag, Menschen zu taufen, nachdem sie zum Glauben gekommen waren (Matthäus 28,19). Deshalb begegnet uns in der Apostelgeschichte immer wieder dasselbe Bild. Menschen hören das Evangelium, glauben an Jesus, kehren um und lassen sich taufen.


Die Taufe war die sichtbare Antwort auf ihren Glauben und der Beginn eines neuen Lebens mit Christus.

Die Taufe rettet uns nicht. Gerettet werden wir allein durch die Gnade Gottes, indem wir an Jesus Christus glauben. Doch die Taufe ist der erste Schritt des Gehorsams nach unserer Bekehrung. Sie ist das sichtbare Zeichen dessen, was Gott bereits in unserem Herzen getan hat.


Man könnte sagen: Die Bekehrung geschieht im Herzen. Die Taufe macht sie sichtbar.

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Warum ließ sich Jesus taufen?

Vielleicht hast du dir diese Frage auch schon einmal gestellt. Jesus war ohne Sünde. Er musste keine Vergebung empfangen. Warum ließ er sich dann überhaupt taufen?

Johannes der Täufer rief die Menschen zur Umkehr auf und taufte sie als Zeichen ihrer Buße. Als Jesus zu Johannes kam, wollte dieser ihn zunächst gar nicht taufen. Johannes wusste, dass Jesus der Sohn Gottes war. Doch Jesus bestand darauf. Er wollte den Willen seines Vaters erfüllen und sich mit den Menschen identifizieren, die er gekommen war zu retten (Matthäus 3,13–17).


Nach seiner Taufe öffnete sich der Himmel. Der Heilige Geist kam in Gestalt einer Taube auf ihn herab und der Vater sprach: „Das ist mein geliebter Sohn, an dem ich Wohlgefallen habe.“ Was für ein kraftvoller Moment. Noch bevor Jesus ein Wunder tat, Kranke heilte oder predigte, sprach der Vater ihm seine Identität zu. Auch das ist eine wunderschöne Erinnerung für uns. Unsere Identität gründet sich nicht zuerst auf das, was wir leisten, sondern darauf, dass wir zu Gott gehören.


Die Taufe im Neuen Testament

Wenn wir die Apostelgeschichte lesen, fällt uns ein Muster auf, das sich immer wieder wiederholt.

  1. Menschen hören das Evangelium.

  2. Sie glauben an Jesus Christus.

  3. Sie kehren um.

  4. Sie lassen sich taufen.


Diese Reihenfolge finden wir immer wieder. Die Taufe war nie der Beginn des Glaubens, sondern die Antwort auf den Glauben. Schon zu Pfingsten predigte Petrus den Menschen von Jesus. Als sie tief im Herzen getroffen wurden und fragten, was sie nun tun sollten, antwortete Petrus: Kehrt um, lasst euch auf den Namen Jesu Christi taufen und empfangt die Gabe des Heiligen Geistes (Apostelgeschichte 2,38). Noch an diesem Tag ließen sich etwa dreitausend Menschen taufen (Apostelgeschichte 2,41).


Es gab keine monatelangen Vorbereitungen. Keine langen Prüfungen. Keine Bedingungen, die zuerst erfüllt werden mussten. Die Menschen glaubten an Jesus und bekannten diesen Glauben durch ihre Taufe.

Ein weiteres Beispiel ist der äthiopische Kämmerer. Philippus erklärte ihm unterwegs die gute Botschaft von Jesus. Als sie an einem Gewässer vorbeikamen, sagte der Kämmerer: „Hier ist Wasser. Was spricht dagegen, dass ich mich taufen lasse?“ Philippus sah keinen Grund zu warten. Der Mann glaubte an Jesus und wurde sofort getauft (Apostelgeschichte 8,35–38).


Auch Kornelius und seine Familie ließen sich taufen, nachdem sie das Evangelium gehört hatten und der Heilige Geist auf sie gekommen war (Apostelgeschichte 10,44–48).

Der Gefängniswärter in Philippi glaubte mitten in der Nacht an Jesus. Noch in derselben Nacht ließ er sich gemeinsam mit seiner ganzen Familie taufen (Apostelgeschichte 16,30–33). Immer wieder sehen wir dasselbe Bild. Der Glaube an Jesus führte ganz selbstverständlich zur Taufe.


Christ wird im Wasser getauft und beginnt symbolisch ein neues Leben mit Jesus Christus.

Die Taufe ist ein öffentliches Bekenntnis

Die Bibel beschreibt den Glauben niemals als etwas, das nur im Herzen verborgen bleibt.

Paulus schreibt, dass wir mit dem Herzen glauben und mit unserem Mund bekennen, dass Jesus der Herr ist. Beides gehört zusammen (Römer 10,9–10). Genau das macht die Taufe sichtbar. Sie ist das öffentliche Bekenntnis: Ich gehöre jetzt Jesus Christus.


Nicht nur die Menschen sehen dieses Bekenntnis. Auch die geistliche Welt erkennt an, wem dein Leben gehört. Du trittst aus deinem alten Leben heraus und stellst dich sichtbar auf die Seite Jesu.


Paulus beschreibt die Taufe deshalb als ein Mitbegrabenwerden mit Christus. So wie Jesus gestorben und auferstanden ist, beginnt auch für uns symbolisch ein neues Leben. Das alte Leben bleibt zurück und wir stehen auf zu einem Leben mit Christus (Römer 6,3–4).

Auch im Kolosserbrief schreibt Paulus, dass wir in der Taufe mit Christus begraben wurden und durch den Glauben mit ihm zu neuem Leben auferstanden sind (Kolosser 2,12).

Die Taufe verändert also nicht Gottes Liebe zu uns. Er hat uns bereits angenommen. Aber sie ist ein kraftvolles Zeichen unseres Gehorsams und unserer Zugehörigkeit zu Jesus.


Was geschieht in der geistlichen Welt?

Die Taufe ist kein magisches Ritual. Das Wasser besitzt keine besondere Kraft. Es ist Gott selbst, der handelt. Dennoch dürfen wir die geistliche Bedeutung der Taufe nicht unterschätzen. Mit deiner Taufe bekennst du öffentlich, dass Jesus Christus dein Herr ist. Du gehörst nicht länger dir selbst, sondern ihm. Dieses Bekenntnis bleibt nicht ohne Bedeutung.


Viele Christen berichten, dass sie gerade bei ihrer Taufe einen tiefen Frieden, große Freude oder eine neue Freiheit erlebt haben. Auch in meinem eigenen Leben war das so. Darauf werde ich später noch eingehen.


Die Bibel zeigt uns, dass Gott unseren Gehorsam segnet. Deshalb dürfen wir erwarten, dass er wirkt, wenn wir seinem Wort vertrauen und den Schritt der Taufe gehen. Die Taufe ist deshalb nicht einfach ein schönes Symbol. Sie ist ein Schritt des Glaubens. Ein Schritt des Gehorsams. Und oft auch ein Moment, in dem Gott Menschen auf besondere Weise begegnet.


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Muss man erst alles verstehen?

Gerade heute begegnet mir immer wieder dieselbe Frage. „Ich würde mich so gerne taufen lassen. Aber ich weiß noch nicht genug über die Bibel.“ Oder: „Meine Gemeinde sagt, ich soll erst einen langen Taufkurs machen.“ Natürlich ist es gut, die Bedeutung der Taufe zu verstehen. Es ist schön, Fragen zu stellen und im Glauben zu wachsen. Doch wenn ich das Neue Testament lese, sehe ich etwas anderes.


Die Apostel warteten nicht, bis Menschen jede theologische Frage beantworten konnten.

Sie warteten nicht darauf, dass jemand schon mehrere Monate Christ war. Sie warteten nicht auf den perfekten Zeitpunkt. Sie fragten nur eines: Glaubst du an Jesus Christus? Wenn diese Antwort Ja lautete, folgte die Taufe.


Das bedeutet nicht, dass Taufunterricht falsch ist. Er kann sehr wertvoll sein. Aber er sollte Menschen niemals davon abhalten, Jesus gehorsam zu sein. Manchmal habe ich den Eindruck, dass wir heute viel mehr Angst vor einer falschen Entscheidung haben als Vertrauen in das Wirken des Heiligen Geistes. Doch die ersten Christen vertrauten darauf, dass Gott selbst die Menschen führt, die ihr Leben Jesus anvertrauen.


Meine Taufe und das, was ich erlebt habe

Wenn ich heute an meine Taufe zurückdenke, erfüllt mich immer noch große Dankbarkeit.

Ich kann dir nur erzählen, was ich selbst erlebt habe. Als ich mich taufen ließ, geschah etwas in meinem Leben. Belastungen, für die ich lange gebetet hatte, verloren ihre Kraft. Ich erlebte eine Freiheit, die ich vorher so nicht kannte. Das Wasser selbst hatte diese Veränderung nicht bewirkt. Es war Jesus.


Die Taufe war für mich mehr als ein schöner Moment. Sie war ein klares Ja zu Jesus. Ein Ja, das ich vor Menschen und auch vor der geistlichen Welt ausgesprochen habe. Seitdem bekomme ich immer wieder Nachrichten von Frauen, die mir schreiben, dass sie sich eigentlich sofort taufen lassen würden. Doch sie trauen sich nicht. Die einen werden von ihrer Gemeinde zurückgehalten. Die anderen von ihrer Familie. Wieder andere halten sich selbst zurück, weil sie Angst haben, noch nicht gut genug zu sein oder weil sie glauben, zuerst noch mehr Bibelwissen haben zu müssen.


Doch wenn ich die Apostelgeschichte lese, sehe ich etwas anderes.

  • Ich sehe Menschen, die Jesus begegnen und sich taufen lassen.

  • Ich sehe keine komplizierten Abläufe.

  • Ich sehe keinen Perfektionismus.

  • Ich sehe keine langen Wartelisten.

  • Ich sehe Menschen, die Ja zu Jesus sagen.


Hände im Wasser während einer christlichen Taufe als Symbol für Hingabe, Glauben und neues Leben.

Es geht nicht um den Ort

Ich kenne Menschen, die sich im See Genezareth taufen ließen. Andere wurden im Meer getauft. Manche standen mit Freudentränen in einem kalten See. Ich kenne Menschen, die sich im Winter sogar in einer Eistonne taufen ließen. Andere wurden im Pool ihres Gartens getauft. Wieder andere in einem kleinen Taufbecken während eines Gottesdienstes, genau wie ich.


Am Ende war keines dieser Taufbecken heiliger als das andere. Nicht der Ort macht die Taufe besonders. Jesus macht sie besonders.


Wer darf taufen?

Auch diese Frage wird mir immer wieder gestellt. Muss es ein Pastor sein? Muss es ein ordinierter Leiter sein? Ich finde diese Vorgaben nicht in der Bibel. Jesus gab seinen Jüngern den Auftrag, das Evangelium zu verkünden und Menschen zu taufen (Matthäus 28,19). Dieser Auftrag galt Menschen, die ihm nachfolgten. Deshalb glaube ich, dass jeder wiedergeborene Christ einen anderen Menschen taufen kann. Nicht ein Titel gibt einer Taufe ihre Kraft. Jesus gibt ihr ihre Bedeutung.


Taufe im See als sichtbares Zeichen der Entscheidung, Jesus Christus nachzufolgen.

Ich möchte dich ermutigen

Vielleicht liest du diesen Beitrag und spürst schon länger den Wunsch, dich taufen zu lassen.

Dann möchte ich dich von Herzen ermutigen. Lass dich nicht von Angst aufhalten. Lass dich nicht von den Erwartungen anderer Menschen lähmen. Und lass dich nicht davon überzeugen, dass du erst perfekt sein musst.


Natürlich ist es wichtig, die Bedeutung der Taufe zu verstehen. Aber irgendwann kommt der Moment, an dem wir aufhören müssen, alles bis ins Kleinste verstehen zu wollen, und anfangen dürfen, Jesus einfach zu vertrauen.


Der Feind liebt es, Menschen durch Angst, Unsicherheit, Religion und Gesetzlichkeit zurückzuhalten. Jesus dagegen ruft uns in die Freiheit. Wenn du dein Leben Jesus anvertraut hast, dann darfst du diesen Schritt voller Freude gehen. Nicht, weil die Taufe dich rettet. Sondern weil der, der dich gerettet hat, dich dazu einlädt. Vielleicht ist genau heute der Tag, an dem du nicht länger wartest. Sondern öffentlich sagst: Jesus, ich gehöre dir.


Du bist gesegnet.

Deine Elena

Blogbeitrag: Was bedeutet die Taufe?

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