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Was sagt die Bibel über Lästern und Tratsch? Warum Gott unsere Worte ernst nimmt

Lästern. Tratschen. Hinter dem Rücken reden.


Wir verbinden das oft mit „der Welt“. Mit Menschen, die Gott nicht kennen. Doch wenn wir ehrlich sind, müssen wir zugeben: Es ist genauso ein Thema in Gemeinden. Vielleicht sogar noch mehr, nur dass es dort oft anders verpackt ist.


Es klingt dann geistlich. Es wirkt reflektiert. Es fühlt sich sogar manchmal „richtig“ an.

Man spricht über andere Christen, über Pastoren, über Gemeinden. Nicht direkt, sondern im Gespräch mit Dritten. Und selten wird es als das benannt, was es ist. Lästern.

Was sagt die Bibel über Lästern und Tratsch? Genau diese Frage ist entscheidend, wenn wir unser Reden nicht nach unserem Gefühl, sondern nach Gottes Wahrheit beurteilen wollen.


Wenn Gesetzlichkeit unser Reden prägt

Ein tiefer Grund dafür ist Gesetzlichkeit. Sie ist oft subtil und fällt nicht sofort auf. Gesetzlichkeit bedeutet nicht nur Regeln zu haben, sondern innerlich überzeugt zu sein, dass man weiß, wie richtiger Glaube auszusehen hat. Und genau da beginnt das Problem.

Sobald jemand anders glaubt, anders lebt, anders entscheidet, passiert etwas im Herzen. Man fängt an zu vergleichen. Man bewertet. Man ordnet ein. Und irgendwann spricht man darüber.


Nicht mit der Person. Sondern über sie.


Man hält sich selbst für klarer, weiter, vielleicht sogar „geistlicher“. Und ohne es zu merken, erhebt man sich innerlich über den anderen. Genau aus diesem Herzen heraus entstehen Worte, die nicht mehr aufbauen, sondern verletzen.


Gruppe von Frauen in heller Kleidung am Strand, die miteinander gehen und interagieren, symbolisch für Gemeinschaft, Beziehungen und Gespräche untereinander

Der Geist der Pharisäer ist näher, als wir denken

Jesus Christus spricht sehr direkt über diese Haltung:

„Warum siehst du den Splitter im Auge deines Bruders, aber den Balken in deinem eigenen Auge bemerkst du nicht?“(Matthäus 7,3)

Die Pharisäer waren Menschen, die viel wussten. Sie kannten die Schrift. Sie lebten diszipliniert. Und trotzdem war ihr Herz geprägt von Stolz und Urteil. Genau das kann auch heute passieren. Wenn wir anfangen, Menschen danach zu bewerten, ob sie so glauben wie wir. Wenn wir Gemeinden einordnen in richtig und falsch. Wenn wir andere Christen kritisieren, weil sie noch nicht da sind, wo wir meinen zu sein.


Dann reden wir vielleicht nicht mehr offen hart. Aber wir reden trotzdem schlecht.

Und oft wird genau das sogar noch unterstützt. In Gesprächen nach dem Gottesdienst. In kleinen Runden. In Nachrichten. Es entsteht eine Kultur, in der man über andere spricht, statt mit ihnen. Und kaum jemand stoppt es.


Dabei macht die Bibel klar, dass es nie nur um Worte geht.

Jesus Christus sagt:

„Was aber aus dem Mund herauskommt, das kommt aus dem Herzen, und das verunreinigt den Menschen.“(Matthäus 15,18)

Und weiter:

„Denn von innen, aus dem Herzen der Menschen, kommen die bösen Gedanken hervor … Lästerung…“(Markus 7,21–22)

Das bedeutet, Lästern zeigt nicht in erster Linie, was beim anderen falsch läuft. Es zeigt, was in mir ist. Mein Reden ist ein Spiegel meines Herzens.


Frau setzt sich eine Krone auf den Kopf im dunklen Hintergrund, symbolisch für Stolz, Selbstüberhöhung und innere Haltung des Herzens

Wenn ich selbst auf dem Thron sitze

Paulus von Tarsus beschreibt etwas, das uns hilft, tiefer zu verstehen: „…und die Habsucht, die Götzendienst ist.“(Kolosser 3,5)


Das ist ein Schlüsselvers. Götzendienst beginnt nicht erst bei sichtbaren Dingen. Er beginnt im Herzen, wenn etwas anderes den Platz einnimmt, der Gott gehört. Und genau das passiert, wenn ich über andere richte. Wenn ich meine Sicht über die von Gott stelle. Wenn ich meine Maßstäbe zum Zentrum mache. Wenn ich mich innerlich über andere erhebe. Dann sitzt nicht mehr Gott auf dem Thron meines Herzens. Sondern ich. Und aus genau dieser Haltung heraus entstehen Worte, die verletzen, trennen und zerstören.


Wenn wir unser Leben anschauen, gibt es Situationen, in denen sich das besonders zeigt. Nicht immer laut, nicht immer offensichtlich, aber doch real. Zum Beispiel, wenn wir über andere Christen sprechen, statt mit ihnen. Wenn wir Gemeinden vergleichen und innerlich abwerten. Wenn wir Kritik weitergeben, ohne sie jemals direkt angesprochen zu haben. Wenn wir über Politik oder unser Land nur noch negativ reden und uns darin verlieren. Oder wenn wir geistlich stolz werden und denken, wir hätten etwas besser verstanden als andere.

Diese Dinge wirken klein. Aber sie haben Kraft. Sie formen unser Herz und sie prägen unsere Atmosphäre.


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Die entscheidende Frage ist nicht, wer im Recht ist.

Die entscheidende Frage ist: Was zeigt mein Reden über mein Herz?

Denn genau da beginnt Veränderung. Nicht bei den anderen. Sondern bei mir.


Ein Gebet

Herr, ich danke dir, dass du mein Herz kennst. Danke, dass du mir zeigst, wo meine Worte nicht aus Liebe kommen, sondern aus Stolz, Urteil oder Unzufriedenheit.


Ich bringe dir alles, wo ich schlecht über andere gesprochen habe. Wo ich mich erhoben habe. Wo ich mehr auf Fehler geschaut habe als auf dein Wirken.


Danke, dass ich umkehren darf und dass du mein Herz veränderst. Heiliger Geist, lehre mich, anders zu sprechen. Lehre mich, aufzubauen statt abzureißen. Lehre mich, das Gute zu sehen. Und gib mir den Mut, nicht mitzumachen, wenn andere lästern, sondern einen Unterschied zu leben.


Amen.


Du bist gesegnet.

Deine Elena


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Blogbeitrag: Was sagt die Bibel über Lästern und Tratsch?

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